Samstag, 30. April 2011
Auch 2011 unterstützten die Pfadfinderinnen und Pfadfinder den Feuerwehrverein Neudietendorf beim Walpurgisfeuers am 30. April. In einer Jurte konnten Kinder und Jugendliche Stockbrot und Kartoffeln am Kinderfeuer zubereiten.
Hier der Artikel des Feuerwehrvereins: Pünktlich 20:30 Uhr am 30. April war es soweit: nach tagelanger Vorbereitung konnte auch in diesem Jahr das mittlerweile 16. Walpurgisfeuer in Folge auf dem Festplatz zwischen Regelschule und Gymnasium entzündet werden. Bei warmen Temperaturen und Sonnenschein kamen zahlreiche Besucher um frisch gezapftes Bier und leckeren Winzerwein zu genießen. Auch gegen den großen oder kleinen Hunger war allerlei im Angebot. Neben Bratwürsten und Rostbräteln gab es auch dieses Jahr wieder frische Fischbrötchen und vor Ort gebackene Steinofenpizza. Auch für die kleinen Gäste war gesorgt. Im Zelt der Pfadfinder konnten sie am Kinderfeuer Stockbrot und Kartoffeln rösten. Im Laufe des Abends nutzen viele Gäste die Gelegenheit und schwangen im Festzelt das Tanzbein, denn die Liveband „Holm and the Hardliners“ spielte bis in die frühen Morgenstunden tolle Musik. Ob Country, Oldies, Rock oder Pop hier war für jeden Geschmack etwas dabei. So machte es den Tanzenden und denjenigen, die sich am Feuer wärmten nichts aus, als mit der Dunkelheit auch die Temperaturen stark sanken. Aus Sicht der Feuerwehr Neudietendorf war es ein gelungener Abend und wir hoffen, Sie alle im nächsten Jahr wieder begrüßen zu dürfen.Bedanken möchten wir uns ganz besonders bei der Gustav Zitzmann Mühle Ingersleben GmbH, der REWE-Zentral AG - Logistikzentrum Neudietendorf, der REWE Regiemarkt GmbH in Neudietendorf, der Shell Station KS Tankstellenbetrieb GmbH in Neudietendorf, Elektroanlagen Jürgen Gnodtke in Neudietendorf und allen fleißigen Helfern.
Sonntag, 05. Juni 2011
"… da wird auch dein Herz sein" war das Motto des 33. Deutschen Evangelischen Kirchentages vom 1. bis 5. Juni 2011 in Dresden. Die Kirchentagspräsidentin für die Veranstaltung mit rund 100.000 Besuchern war keine andere als Katrin Göring-Eckardt aus der Ortschaft Ingersleben der Landgemeinde Nesse-Apfelstädt. Grund Genug für die christlichen Pfadfinder der Gemeinde als Helfer in der Elbstadt dabei zu sein.
Mit sieben Teilnehmerinnen und Teilnehmern war die Helfergruppe des VCP’s aus Nesse-Apfelstädt sowie Gästen im Einsatz. Aufgabe war es, die Kirchentagszeitung sowie weitere Publikationen mit Hilfe von Bollerwagen zu verteilen, um den Besuchern den notwendigen Durchblick zu verschaffen. Darüber hinaus gaben die Helfer zahlreiche Auskünfte und wiesen dem ein oder anderen Gast den Weg zur Messe oder zur nächsten Veranstaltung. Neben dem Helferdienst blieb genügend Zeit, sich selbst in das Kirchentagsgewimmel mit den zahlreichen Angeboten, Ausstellungen und Veranstaltungen zu stürzen. Das Elbufer bot dabei insbesondere für die Großveranstaltungen, wie die Eröffnung oder den Abschlussgottesdienst eine traumhafte Kulisse. Für gute Stimmung sorgte das Konzert der Wise Guys, wenn es aufgrund der vielen Besucher auch nur die Übertragung neben dem Stadion sein konnte. Besonderen Eindruck hinterließen schließlich die zahlreichen Begegnungen mit den freundlichen Dresdnern, den vielen fröhlichen Kirchentagsbesuchern oder der Kontakt mit den anderen Helfern, sei es bei der Helferparty oder beim abendlichen Singen von bündischen Liedern in der Gaststätte “Zum Bautzener Tor”.
Samstag, 18. Juni 2011
Mit einem Festumzug feierte die Ortschaft Ingersleben der Gemeinde Nesse-Apfelstädt am 18. Juni 2011 ihr 900jähriges Bestehen. Auch die Pfadfinder der Gemeinde durften hier nicht fehlen. Innerhalb des Umzuges übernahm Beispielsweise Eric Hoffmann die Rolle des Baron Münchausen. Sebastian Neitzel und Udo-Wich-Heiter von den Weltenbummlern aus Friedrichroda waren hingegen im Helferteam dabei und sicherten den Festparkplatz.
Hier ein Artikel aus der Thüringer Allgemeine von Klaudia Klinger, der den Tag in seiner Gesamtheit festhält: Viel zu entdecken gab es am Samstagnachmittag, als sich der Festumzug durch den Ort schlängelte. Vereine des Dorfes, Privatleute, Firmen, die Kindertagesstätte, aber auch Gäste aus den Nachbarorten erzählten mit liebevoll gestalteten Umzugswagen oder in besonderen Kostümen aus der 900-jährigen Geschichte von Ingersleben, heute Ortsteil der Landgemeinde Nesse-Apfelstädt. Ingersleben. “538 Teilnehmer sind unterwegs”, sagte Ingo Bickel, der den Umzug mitorganisiert hat. Olaf Rieck moderierte das Geschehen von einer Tribüne aus. Er hatte mächtig zu tun. Schon die Aufstelllänge des Zuges betrug 650 Meter. 24 Themen wurden gestaltet. Beim Blick auf das Gesundheitswesen zum Beispiel stellten sich Ingersleber Originale vor. So Schwester Rosemarie, die sich nach dem Krieg bis 1969 um die Gesundheit der Dorfbewohner kümmerte. Vor ihrer Zeit wirkte Hebamme Lydia Barth. “Das war meine Großmutter. Ich wohne zwar längst im Erzgebirge, aber es ist mir eine Ehre, für den Festumzug hier in ihre Rolle zu schlüpfen”, sagte Käthe Puschendorf. Die Grund- und die Regelschule Neudietendorf stellten nicht nur das einstige Schulwesen dar, unterstützt von der Thüringer Trachtenjugend, sondern Regelschüler waren in barocken Kostümen und mit ihren hohen Perücken eine Augenweide. Ein Wagen hatte sich in ein Landwarenhaus verwandelt, an dem ein Zettel “Wegen Warenannahme geschlossen” verkündete. Oft hatten alte Traktoren die Ehre, die Wagen zu ziehen. Kirchenbau, Landwirtschaft, Mühlen, Eisenbahnanschluss, Waidanbau, Stromversorgung, Handwerk einst und jetzt - all das und noch viel mehr war zu sehen. Außerdem stellten sich alle Vereine vor. Für Musik war natürlich ebenfalls gesorgt. Neben der Schalmeien-Bigband Ingersleben spielte der Fanfarenzug aus Ohrdruf. “Die Bevölkerung ist sehr engagiert, nicht nur im Umzug. Entlang der Strecke sind viele Häuser liebevoll geschmückt worden, es macht einfach Spaß, das und die vielen Zuschauer zu sehen”, sagte Ortschaftsbürgermeister Detlef Stender. “Es ist aber auch seit Jahrzehnten der erste große Umzug anlässlich eines Dorfjubiläums.” “Ich bin überwältigt, was die Ingersleber auf die Beine gestellt haben. Das fördert das Gemeinschaftsgefühl und wird einen Schub für die Arbeit in den Vereinen geben”, ist sich Christian Jacob (CDU), Bürgermeister der Nesse-Apfelstädt-Landgemeinde, sicher. Die Festwoche “900 Jahre Ingersleben” dauert noch bis zum 26. Juni und endet am Wochenende mit dem Sommerfest.
Sonntag, 17. Juli 2011
Sianożęty war das Ziel der Ranger- und Roverfahrt vom 9. bis 17. Juli 2011 der christlichen Pfadfinder aus Nesse-Apfelstädt. Bepackt mit Rucksack und Co. erkundeten die 7 Jugendlichen den Badeort an der polnischen Ostsee.
Als Ausgangspunkt diente die Jugendherberge „Nadmorski Raj“ am Rand des Dorfes. Nur ein paar Meter von hier entfernt, beginnt die kilometerlange Landebahn, welche im Zweiten Weltkrieg zusammen mit zahlreichen noch erhaltenen Hangars für die Luftflotte der Wehrmacht diente. Heute wird das Gelände zivil für allerlei Luftsport genutzt, weshalb eine Erkundung via Hike möglich war. Ebenfalls auf Deutsche Geschichte konnten die Pfadfinder beim Besuch des Dorfes Ustronie Morskie (Henkenhagen) und der Hafenstadt Kołobrzeg (Kolberg) treffen. In letzterer besuchten die Scouts nicht nur das Stadtmuseum oder den Leuchtturm, sondern auch den Dom, vor dessen Toren ein Denkmal an die über 1000jährige gemeinsame Deutsch-Polnische Geschichte erinnert. Diesen Ansatz griffen die Jugendlichen natürlich auch in ihrem Handeln auf, indem sie mit einer Gruppe aus Częstochowa Freundschaft schlossen. Zusammen saß man abends am Lagerfeuer, sang polnische und deutsche Lieder, unterhielt sich „mit Händen und Füßen“ oder grillte polnische Würstchen. Natürlich gab es für alle auch genügend Freiraum um bei schönem Wetter in der Ostsee zu schwimmen und zu baden.
Donnerstag, 18. August 2011

Zum Gruppenfoto setzen, legen und stellen sich Pfadfinderinnen und Pfadfinder aus Thüringen und Sachsen-Anhalt auf.
**Das Lager des Verbandes Christlicher Pfadfinderinnen und Pfadfinder (VCP) in Mitteldeutschland stand unter dem Motto “Bonifatius und die Germanen”. Mehr als 80 Kinder, Jugendliche und Betreuer aus Thüringen und Sachsen-Anhalt hatten vom 15. bis 18. August 2011 auf einer Wiese bei Behnsdorf das Landeslager aufgebaut. Darunter auch 5 Teilnehmerinnen und Teilnehmer der VCP Aufbaugruppe Drei Gleichen. Gastgeber waren die Scouts des Stammes “Fratres Tiliae” aus Behnsdorf. **
Anett Roisch von der Regionalzeitung Volksstimme berichtet: Geheimnisvolle Pfeile und Zeichen weisen am Ortsausgang von Behnsdorf den Weg. Auch wer kein Pfadfinder ist, kann so das Landeslager des Verbandes christlicher Pfadfinderinnen und Pfadfinder (VCP) Mitteldeutschland finden. Ein ungewöhnlicher Blick ist das Dorf aus mehr als zehn Jurten mitten auf einer Wiese zwischen Behnsdorf und Flechtingen. Unter dem Motto “Bonifatius und die Germanen” sind 90 Pfadfinder im Alter von 10 bis 50 Jahren zusammen gekommen. Ein Duft der großen freien Welt aus Heu, Lagerfeuer, Wildschweinbraten - Natur pur - liegt in der Luft. In ihrer Jurte proben die Behnsdorfer Pfadfinder, die Gastgeber des Landeslagers, ihren kulturellen Beitrag für das Abschlussfest. Nadine Dittmann, Bildungsreferentin im VCP Mitteldeutschland, erklärt: “Der Bonifatius kam aus England und hat viele Germanen zum Christentum bewegt. Und so kam es eben, dass viele Germanen dem Bonifatius gefolgt sind.” Seinem Ruf folgen nun die Kinder und Jugendlichen bei Geländespielen. Doch zuvor finden Pfadfinderworkshops zum Feuermachen, Kartenlesen oder Knotenbinden statt. Alles geschieht in Vorbereitung auf das ganztägige Geländespiel. “Verschiedene Gruppen werden an verschiedenen Stellen ausgesetzt. Sie müssen mit Karte und Kompass zu einer Kirchruine finden. Ausgesetzt werden - klingt gefährlich, ist es aber nicht. Alle Pfadfinder sind inzwischen wieder angekommen. Ehrensache - denn schließlich steckt im Namen Pfadfinder - den Pfad finden drin!”, freut sich Nadine Dittmann und begrüßt den Landtagsabgeordneten Ralf Geisthardt, der den Germanen Getränke als Gastgeschenk überreicht. “Die Jurten entstehen aus Stangen und viereckigen Zeltbahnen und können in unterschiedlichsten Formen aufgebaut werden. Zum Beispiel als Gruppenzelte mit einem Feuer in der Mitte”, beschreibt die Bildungsreferentin, während sie ihre Einkäufe auspackt. “Pfadfinden ist eine besondere Form der Kinder- und Jugendarbeit. Erfunden wurde es vor mehr als 100 Jahren von dem ehemaligen englischen Armeegeneral Sir Baden Powell. Er kam zu der Einsicht, dass es, statt Soldaten aufeinander zu hetzen, sinnvoller ist, das Gute in ihnen zu entwickeln und sie zum Finden ihres eigenen Wegs zu ermutigen”, erklärt Matthias Spenn, Vorsitzender der Pfadfinder-Landesleitung. Der Behnsdorfer betont: “Nicht Erwachsene machen etwas für die Kinder und Jugendlichen, sondern sie finden selbst heraus, was in ihnen steckt und was sie tun wollen.” Lernen, Demokratie zu praktizieren Steffen Weusten aus Gerbstedt im Landkreis Mansfeld-Südharz und Hans Spenn aus Behnsdorf gehören zum Leitungsteam des Lagers. “Das Grundprinzip der Pfadfinderjugendarbeit ist ja, dass Jugendliche die Treffen selbst organisieren und lernen, Demokratie zu praktizieren”, erklärt Weusten. “Es geht im Besonderen bei unserem Lager um den Austausch der verschiedenen Stämme. Das wir uns kennen lernen und voneinander lernen”, ergänzt der 20-jährige Hans Spenn. “Verantwortung für sich und für andere und für die Natur ist wichtig”, weiß Weusten. “Schön ist es, dass wir hier unser eigener Herr sind. Man sieht in diesem Jahr, dass unsere Gemeinschaft wächst, denn in den Lagern, die wir zuvor durchgeführt haben, waren längst nicht so viele Teilnehmer”, sagt Hans Spenn und bedankt sich bei Jochen Dettmer, der seine Wiese gemäht hat und auch einen Wasserwagen bereitgestellt hatte. Lobende Worte gehen auch an den Behnsdorfer Bäcker, der auch den Wildschweinbraten in seinen Backofen geschoben hatte. Und Familie Buschard spendiert Tomaten zum Abendessen. Bei den Pfadfindern kommt auch der Spaß nicht zu kurz. “Wir hatten nach der ersten Nacht auf einem Zelt ein Fahrrad gefunden. Manchmal verschwindet auch die Fahne eines Stammes und wird an einem ganz anderen Ort wieder gefunden”, feixen die Gastgeber. Abends sitzen die Pfadfinder am Lagerfeuer. “Ja, dass sich jemand verliebt, kann schon vorkommen. Aber nachts liegt jeder in seinem Zelt”, heißt es bei den Jungs. Auch die Mädchen schwärmen: “Pfadfinderlager - das ist nicht nur Abenteuer. Es ist schön, hier mitten in der Natur zu sein und neue Freunde zu finden”, sagt die 13-jährige Sarah Stassen aus Magdeburg. “Es ist toll zu erleben, dass man auch einmal ohne Strom auskommt”, beschreibt ihre gleichaltrige Freundin Christiana Tropartz. “Das Attraktive für die Kinder ist, dass ihnen hier viel Freiraum gelassen wird, sich selbst zu entfalten”, weiß Christel Schwerin, Gemeindepädagogin aus Mieste. Plötzlich bläst Matthias Spenn in sein Posthorn aus dem Jahr 1914, das er in London auf einem Flohmarkt erstanden hat. “Alle kommen zum Gruppenfoto!”, heißt es, bevor es für jeden eine große Portion vom Wildschweinbraten gibt.
Sonntag, 30. Oktober 2011
**So lautete der Titel der 3. gemeinsamen Fachtagung des Verbandes Christlicher Pfadfinderinnen und Pfadfinder und der Evangelischen Akademie Thüringen in Neudietendorf vom 28. bis 30. Oktober 2011. **
Die Berliner Theologin und Historikerin Dr. Rajah Scheepers sprach in ihrem Vortrag über die veränderte Rolle von Frauen in der evangelischen Kirche und Nora Schulze, Erziehungswissenschaftlerin aus Osnabrück referierte Ergebnisse ihrer Forschung über Gendertraining für Jugendliche. Daraus leitete sie Empfehlungen für eine zeitgemäße koedukative Pädagogik ab. Die Europadirektorin von WAGGGS, Penelope Cooper schilderte eindringlich die Entwicklungsarbeit von Pfadfinderinnen in den Entwicklungsländern. Ihr Fazit: Investieren in Mädchen und Frauen lohnt sich – sei es Maßnahmen zur Aufklärung von Mädchen über Gesundheitsrisiken oder auch die Förderung von Führungsqualifikationen von Mädchen in Westeuropa. Das Abschlusspodium diskutierte, wie der Weg in die Zukunft für Frauen im Pfadfinden aussehen könne. Sollen Mädchen und Jungen in einem bestimmten Abschnitt der Pubertät doch eher getrennt voneinander Pfadfinden können? Wie wichtig sind Vorbilder für Pfadfinderinnen? Soll der Geschlechtsunterschied überhaupt noch thematisiert oder doch entdramatisiert werden? Es konnten nur Empfehlungen gegeben werden – die Fragen werden die Pfadfinderinnen auf dem Weg in die Zukunft begleiten. Ende des Jahres soll eine Dokumentation der Tagung erscheinen.
Dienstag, 20. Dezember 2011

Clemens Riese (11 Jahre) wurde von der Aufbaugruppe „Drei Gleichen“ des Verbands Christlicher Pfadfinderinnen und Pfadfinder (VCP) als Thüringer Friedenslichtkind gewählt. Er reist daher am 20. Dezember für den Freistaat nach Linz zu Sarah Schinwald, die das Weihnachtslicht vor dem Advent in Bethlehem entzündet hatte.

Die Aussendefeier findet im Saal der Herrnhuter Brüdergemeine Neudietendorf der Gemeinde Nesse-Apfelstädt am 23.12.2011 um 9:30 Uhr statt.
**In der vom MDR in Suhl produzierten Eurovisionssendung „Adventsfest der 100.000 Lichter“ wünschten sich die Mitwirkenden eine möglichst weite Verbreitung des ORF-Friedenslichts aus Bethlehem zum Weihnachtsfest. In Thüringen scheint das gesichert. Denn am Freitag, dem 23. Dezember, spannen Pfadfinder verschiedener Bünde, Jugendfeuerwehrleute und Mitglieder aus Kirchenkreisen mit ihren Reisen zu 232 Bahnstationen im Freistaat und im benachbarten südlichen Sachsen-Anhalt ein Lichternetz übers Land. Es ist die nunmehr 22. Aktion dieser Art, deren Idee einst in Gera mit der Übernahme des eigentlich noch jungen Brauches aus Österreich (dort feiert man 25 Jahre Friedenslicht) ihren Anfang nahm. **
Das Startsignal wird am Freitag um 9.30 Uhr bei einer Feierstunde in Neudietendorfs Saal der Herrnhuter Brüdergemeine mit Landtagspräsidentin Birgit Diezel als Schirmherrin und prominenten Gästen wie dem Präses der Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland Katrin Göring-Eckardt oder der Ausländerbeauftragten der Thüringer Landesregierung, Petra Hess gegeben.
Ökumenisch soll gefeiert werden; nach bekanntem und doch immer wieder variiertem Muster mit Video-Einspielen zum Weg des Weihnachtslichtes und mit viel Musik von einheimischen Künstlern; vom Posaunenchor Apfelstädt-Wandersleben bis zur Kirchenmusikdirektorin Eichhorn an der Orgel. Bis dringend Abfahrt mit den Zügen geboten ist. Über 120 Helfer sind dann bis zum frühen Abend auf den Eisenbahnschienen quer durchs Land unterwegs und hoffen auf viele Interessenten an den Bahnhöfen, die das ORF-Friedenslicht teilen und in ihre Städte oder Gemeinden holen.
Viele Empfänge und Feiern entlang der Bahnwege sind ähnlich emotional zu erleben: Aus Erfurt, Suhl und Gera war zu erfahren, dass Oberbürgermeister selbst an den Bahnsteigen stehen wollen. In Weimar hat sich eingebürgert, dass etwa eine halbe Stunde vor Eintreffen ein Posaunenchor in der Bahnhofshalle auf die Ankunft einstimmt. In Gera wird Türchen 23
des lebendigen Adventkalenders im Puppentheater abends um 17 Uhr die Feierstunde zur Verteilung des ORF-Friedenslichts freigeben. Ähnliche Aktionen meldeten fast alle früheren Patenorte der Aktion. Mit Naumburg, Zeitz und Weißenfels vernetzen sich drei bekannte Städte aus Sachsen-Anhalt bei der Verbreitung durch den Einsatz von Kirchgemeinden und einer Jugend-Rotkreuz-Gruppe.
Thüringens diesjähriges Friedenslichtkind, der elfjährige Pfadfinder Clemens Riese, will sich selbst nach der Feierstunde einer Truppe seiner VCP-Aufbaugruppe „Drei Gleichen“ für eine Route anschließen. Er wird voller Erlebnisse von seiner Reise nach Linz berichten können, wo er am 20.12. in der seit 1986 traditionellen Oberösterreichischen Teilnehmerrunde ein Friedenslicht für den Freistaat bei der gleichaltrigen Sarah Schinwald abzweigt, die ihrerseits als Österreichs Friedenslichtkind zuvor in Bethlehem weilte. Beim ORF-Radio Oberösterreich sind die Thüringer oft gefragte Gesprächspartner. Die Geschichte ihrer landesweiten Aktion steht auch im frisch erschienenen Buch zum 25-jährigen Friedenslicht-Jubiläum. Ihre so ausgedehnte Verteilung mit Hilfe der Eisenbahnen ist in Deutschland noch einmalig. Aber möglicherweise bahnt sich mit der durch die Fernsehsendung zweifellos weiter wachsenden Popularität und dem Besuch durch EKD-Präses Katrin Göring-Eckardt in Zukunft eine neue Variante an.
Mittwoch, 21. Dezember 2011

Gefragter Gesprächspartner bei ORF Radio Oberösterreich: Thüringens Friedenslichtkind von 2011 Clemens Riese. Der derzeit jüngste Pfadfinder in der VCP Aufbaugruppe „Drei Gleichen“ berichtete dem Reporter über die landesweite Verbreitung des Friedenslichts am 23. Dezember im Freistaat. Sarah Schinwald übergab ihm ein Double des Originallichtes.
**Von Nesse-Apfelstädt nach Linz und aus Linz via Deggendorf zurück nach Nesse-Apfelstädt - zwei lange Touren über jeweils fast 550 Kilometer sind geschafft. Das „ORF-Friedenslicht aus Bethlehem“ steht in Nesse-Apfelstädt und Pfadfinder Clemens Riese hat den ersten Teil seiner Aufgaben als Thüringens Friedenslichtkind erfolgreich bewältigt. **
Fast hätte ein Stau auf der Autobahn bei Deggendorf die Boten auf der Hinfahrt aufgehalten, die traditionelle Feierstunde im ORF-Landesstudio Oberösterreich am 20. Dezember um 15 Uhr pünktlich zu erreichen. Ausgerechnet bei der Stadt, in der die Thüringer auf dem Rückweg üblicherweisedas besondere Weihnachtslicht in einer Wohngemeinschaft der Lebenshilfe e.V. übergeben. Aber erst einmal haben! Es ist schließlich gut gegangen. Im Sendesaal des ORF Linz fanden sich in kurzer Zeit viele Friedenslichthelfer aus verschiedenen Bundesländern Österreichs, aus Deutschland, Tschechien und Italien ein. Für die Thüringer Delegation werden dort seit 20 Jahren Plätze reserviert. Das ist leicht zu erklären: Immerhin waren sie 1990 unter den ersten ausländischen Gästen, die das Friedenslicht dort abholten. Und mit der Entwicklung ihrer landesweiten Verbreitungsaktion (bei der 2011 wieder ein Netz von 232 Bahnstationen erreicht wird) gewinnen die Thüringer immer wieder große Sympathie bei den „Erfindern“ des neuen Weihnachtsbrauchs. Dr. Helmut Obermayr, der ehemalige Redaktionsleiter Religion/ Unterhaltung verabschiedete sich mit seiner wohl letzten Festansprache zum Friedenslicht zugleich als nunmehriger Landesfunkhaus-Direktor in den Ruhestand. Begrüßt wurden u.a. der Landeshauptmann (Ministerpräsident) Oberösterreichs Dr. Josef Pyhringer, Bischöfe verschiedener Regionen, Sponsoren wie die Österreichische Bundesbahn, Vertreter des Bundesheeres und sehr verschiedene „Lichtträger“. Das sind zum Beispiel Gruppen von Jugendfeuerwehren, des Roten Kreuzes und des Arbeiter-Samariter-Bunds. Österreichs Pfadfinder erklärten, 2011 erreiche das Friedenslicht 30 Länder, erstmals auch Argentinien. Bevor Österreichs Friedenslichtkind Sarah Schinwald von Kerze zu Kerze das Licht mit den Gästen teilte, waren Videos von der Entzündung in Bethlehem und aus der Dokumentation zu „25 Jahren ORF-Friedenslicht“ zu sehen. Projektleiter Günther Hartl übergab später diese Filme auch an die Thüringer Friedenslichtinitiatoren Thomas Triemner und Uwe-Sören Engel aus Gera, die sie in der Aussendefeier am Freitag, den 23. Dezember in Nesse-Apfelstädt zeigen dürfen. Dann wurde Clemens für Thüringen aufgerufen, auch um zu erzählen, was in diesem Jahr für die landesweite Verteilung vorbereitet wurde. Gemeinderat Hendrik Knop unterstützte ihn mit Vorabinformationen zum Einsatz Thüringer Helfergruppen, die am Freitag von „N.A.“ aus ins Land starten. Damit war die Neugier der Gastgeber noch nicht ganz befriedigt. Denn Clemens wurde noch für einen Bericht im Vorabendprogramm des ORF 2 interviewt. Zur Erinnerung kauften die Thüringer eine frisch gedruckte Chronik zur Friedenslichtgeschichte, in der auch ihrer Aktion ein Kapitel gewidmet ist. Der lange Tag klang mit einem Stadtbummel und „Nascheinsatz“ auf dem Christkindlsmarkt von Linz aus. Das Friedenslicht „übernachtete“ in der Dusche des Youth-Hotels. Denn mit diesem Licht, gedoubelt vom Original aus der Geburtsgrotte Bethlehem, ist nicht zu mogeln. So werden am 23. Dezember die Friedenslichtboten im Freistaat ein Original vom Original transportieren. Clemens, Hendrik und Franziska, die Bildungsreferentin im „Pfadizentrum“, sind sehr froh, die Geschichten um das ORF-Friedenslicht am Ursprungsort der Idee erlebt zu haben.
Thomas Triemner & Uwe-Sören Engel Initiativkreis ORF-Friedenslicht aus Bethlehem für Thüringen
Freitag, 23. Dezember 2011

Thüringens Friedenslichtkind Clemens Riese gibt das Friedenslicht in der Aussendungsfeier am 23.12.2011 im Saal der Brüdergemeine Neudietendorf in Nesse-Apfelstädt weiter.

Pfadfinder aus Nesse-Apfelstädt verteilen das Licht in ganz Thüringen. Hier bei der Übergabe in Sömmerda.
**Ein Kerzenlicht fährt mit der Feuerwehr am Saal der Herrenhuter Brüdergemeine vor. Schon das muss manchem am Morgen des 23. Dezember ungewöhnlich vorgekommen sein. Ein Junge steigt aus und hält in den Händen eine Laterne: Pfadfinder Clemens Riese, er ist das Friedenslicht-Kind und hat seit Tagen das besondere, in der Geburtsgrotte von Bethlehem entzündete Weihnachtssymbol bewahrt. **
Über die alljährliche Staffette via Linz in Österreich hat das ORF-Friedenslicht wieder Thüringen erreicht. Aber erst jetzt geht die Verbreitung im Freistaat so richtig los. Der Elfjährige freut sich über den herzlichen, musikalisch-feierlichen Empfang durch den Posaunenchor Apfelstädt-Wandersleben schon vor dem Haus und dann natürlich über den Trubel im Kirchenraum selbst. Neben den Uniformen des einheimischen Stamms Drei Gleichen kann er viele andere ausmachen. Erneut sind Boten verschiedener Ecken Thüringens zur zentralen Aussendefeier gekommen. Im Moment blieb im kaum Zeit für die eigene Familie, die Clemens für seinen Auftritt gern nach Nesse-Apfelstädt begleitete.
Jetzt sollte noch alles nach minutiös geplanter Regie gelingen. Denn die Helfer müssen ab 11 Uhr pünktlich die Züge erreichen. Glockenschlag, Orgelklang – es geht los. Noch einmal sieht er die Filmszenen des Österreichischen Fernsehens zur ORF-Friedenslichtreise. Neu sind ihm die Videosequenzen von seiner eigenen Tour nach Linz in Begleitung von Pfadi-Zentrumsmitarbeiterin Franziska Horn, Gemeinderat Hendrik Knop und den Vertretern des Thüringer Initiativkreises. So aber sehen nun auch alle anderen wie es im ORF-Landesstudio zuging, als er „sein“ Double von Österreichs Friedenslichtkind Sarah Schinwald persönlich bekam. Davon waren offenbar auch die Promis beeindruckt. Denn: Es ist schon anders, die Atmosphäre um den recht modernen Weihnachtsbrauch um ein legendäres Licht so direkt zu erleben und dann an der Weitergabe beteiligt zu sein. Bürgermeister Christian Jakob spricht darüber. Kompliment aber auch an ihn und die gastgebende Landgemeinde. Erstmals nicht eine Stadt ist Thüringer Aktionspate, sondern die kleinere Gemeinschaft Nesse-Apfelstädt. Zurecht auch dank ihrer über viele Jahre damit verbundenen Pfadfinder. Erneut übernahm Landtagspräsidentin Birgit Diezel die Schirmherrschaft und kam selbst gern zur Feierstunde. Sie hat ihre eigene Sicht auf das Weihnachtsfest und was das Friedenslicht dafür bedeutet. Neu im Bunde ist Bundestagsvizepräsidentin Katrin Göring-Eckardt. Sicher mit Heimbonus; aber bewusst als Präses der Synode der Evangelischen Kirche Deutschlands angesprochen. Sie möchte der Sache offenbar auch in Zukunft helfen. Das kann das ORF-Friedenslicht in bundesweiter Dimension gedacht gut zur Verständigung mit dem Dachverband RDP/RdP der Pfadfinder brauchen, um möglichst auf einen einheitlichen Verbreitungstermin direkt vor dem Heiligabend zu schaffen. Beeindruckend war auch die Gemeinsamkeit von Vertretern verschiedener Kirchen mit den kurzen Gedanken von Christian Theile, Michael Göring und Gerd Schellhorn. Welche Veranstaltung bringt schon diese Gemeinschaft so zusammen?! Und offenbar, so sehen es die Organisatoren, ist es auch ein Vorzug Nesse-Apfelstädts so viele musikalische Mitwirkende zudem kurz entschlossen zu gewinnen; mit dem Kirchenchor Neudietendorf-Ingersleben, Solosängerin Angelika Schnell, KMD Elke Eichhorn an der Orgel sowie dem Posauenchor. Weil die 22. Aktion ORF-Friedenslicht für Thüringen 2011 rundum gelungen ist, sollte man sich im neuen Jahr noch einmal sehr herzlich bedanken können. Mancherorts leuchtete es über die ganze Zeit „zwischen den Jahren“. Weitere Helfer haben „Feuer gefangen“ bei der Mitwirkung. Die Lichterboten von einem Dutzend Pfadi-stämme, Jugendfeuerwehren und Kirchenkreisen trafen unterwegs erkennbar an mehr Bahnstationen auch wirklich interessierte Leute. Das macht nun einen Teil unserer Vorfreude auf den 23. Dezember 2012. Dankeschön!
Thomas Triemner, Initiativkreis ORF-Friedenslicht aus Bethlehem für Thüringen
© Verband Deutscher Altpfadfindergilden e.V. Gilde Drei Gleichen - https://www.vdapg-gdg.de