Montag, 01. Januar 2001
2. - 4. Februar Landesversammlung des VCP-Thüringen 22. Februar Thinking-Day 23. - 25. März KJK-Fahrt der Evangelischen Jugend Gotha 26. Mai Kinder- und Jugendsportfest, Neudietendorf 1 - 5. Juni Pfingstlager, Creuzburg 13. -17. Juni Deutscher Evangelischer Kirchentag, Frankfurt/Main 19. -30. Juli
Landeslager “Odyssey 2001”, Wiltz/Luxemburg Juli - August
RR-Kanu-Tour in den polnischen Masuren **11. August **
Stammesversammlung in der Johanniskirche **18. - 19. August **
Samstag, 26. Mai 2001
Am Sonnabend, den 26. Mai 2001 startete gegen 10.00 Uhr unser traditionelles Kinder- und Jugendsportfest anlässlich des bevorstehenden internationalen Kintertages.
Das Wetter war uns in diesem Jahr wohl gesonnen. Auf dem Sportplatz der Regelschule Neudietendorf begann das Fußballturnier. Die Apfelstädter Kicker kämpften gegen die Neudietendorfer, eine gemischte Mädchen- und Jungenmannschaft. Doch am Ende konnte das schon gut eingespielte Apfelstädter Team siegen. Trotz verspäteten Beginns (der Schiedsrichter war nicht erschienen) war das Beachvolleyball-turnier ein harter Kampf. Die glühende Hitze auf dem Spielfeld forderte von den 6 ehrgeizigen Teams viele Schweißtropfen, doch jeder wollte den Apfelstädtern den Wanderpokal entreißen. Ein interessanter sportlicher Wettkampf entfachte und es zeigte sich, dass Ehrgeiz allein nicht reicht. Das eingespielte Apfelstädter Team ließ auch den geübtesten Neudietendorfern keine Chance. Gegen 11.00 Uhr begannen die Wettkämpfe im Torwandschießen, Büchsenwerfen, Seilspringen und Basketballzielwurf. Besonders beliebt war das Erbsenschlagen und Ringewerfen. Mehr als 35 Teilnehmer pro Sportart in den verschiedensten Altersgruppen rangen um beste Ergebnisse. Punkt 14.00 Uhr waren die Wettkampflisten gefüllt und bereit zur Auswertung. Zum Ausgleich konnten sich die Jüngeren kreativ betätigen. Hübsche Bilder entstanden auf Textilbeuteln. Auf der Mini-Hüpfburg konnten sie sich dann austoben. Ein Clown zauberte Ballonpudel und Pferde, verknotete Tücher oder gab so manch kniffliges Rätsel auf. Hau den Lukas verlieh Muskeln. Zur Stärkung gab es herzhafte Thüringer Bratwürste und kühle Getränke. Wer es süßer wollte konnte sich im Pfadfindercafä mit selbstgebackenem Kuchen verwöhnen lassen. Die Sonne brannte heftig und gegen 16.00 Uhr begann die Tanzgruppe des Jugendclubs das gemütliche Miteinander einzuläuten. Der JU-JUTSU-Sportverein Gamstädt weihte die begeisterten Zuschauer in Selbstverteidigungstechniken ein und der Modellflugsportverein stellte nicht nur Modellflugzeuge vor, sondern ließ sich von den interessierten Heranwachsenden mit Fragen löchern. Endlich die Siegerehrung, von vielen schon lang erwartet. Die Apfelstädter Kicker gingen stolz mit einem Pokal und Urkunde nach Hause. Die Platzierten erhielten Sachpreise. Auch beim Beachvolleyball waren die Apfelstädter erfolgreich und konnten so den Wanderpokal wieder mitnehmen. Platz 2 belegte das Team „Die 3 fantastischen 4" und Platz 3 Team „Hasseröder", beide aus Neudietendorf. Sie erhielten Urkunden und Sachpreise. In den anderen Wettkampfdisziplinen siegten: Torwandschießen: Silvio und Bastian Grau, Büchsenwerfen: Nico Walter, Seilspringen : Anja Bergnauer, Ringewerfen: Franziska Schütterle und Daniel Bertram, Basketballzielwurf: Erik Saft, Hau den Lukas: Moritz Gödecke, Erbsenschlagen: Silvio und Bastian Grau. Ein gelungener und freudvoller Tag für alle Mitwirkenden und Sportler. Erschreckend war, dass sich so wenige Eltern für den sportlichen Ehrgeiz und Erfolg ihrer Kinder interessierten und nicht zu unserem Fest erschienen. Abschließend wollen wir uns noch bei der Firma Rollapp - Schlüsseldienst bedanken, die in letzter Minute noch unseren Basketballkorb kostenlos reparierte und bei der Firma Hahn für die Unterstützung bei der gastronomischen Versorgung. Ebenso bei allen fleißigen Jugendlichen, Erwachsenen und den Clubratsmitgliedern, die zum Gelingen des Festes beitrugen. Dank auch an die Pfadfinder, die uns eine Jurte und einen Unterstand bauten, nur so konnten wir uns vor der glühenden Hitze schützen.
Bettina Schäche, Jugendpflegerin Neudietendorf
Freitag, 01. Juni 2001
Sie kamen aus Döhlen, Meiningen, Eisenach, Dresden, Jena, Sollstedt, Thörey, Ilmenau, Obergebra, Marl, Erfurt, Ingolstadt, Apfelstädt und Neudietendorf, die rund 50 Pfadfinderinnen und Pfadfinder des Verbandes Christlicher Pfadfinderinnen und Pfadfinder -Thüringen, die sich über Pfingsten in Creuzburg zu Ihrem 9. Pfingstlager trafen.
Wilhelmsglücksbrunn war der Name des verheißungsvollen Ortes in Creuzburg, welcher die Scouts zu Ihrem fünftägigen Lager einlud. Die riesigen Zeltkonstruktionen aus schwarzen Planen, die sogenannten Kothen und Jurten, schützten vor dem dauerhaften Regen. Eine Geländeralley, ein bunter Abend der Besuch des Gottesdienstes und des Mittelalterfestes in Creuzburg oder der Singeabend am Lagerfeuer waren die Höhepumkte des Programms. Aber fast wichtiger als die Aktivitäten, sind die geknüpften Freundschaften, die Erinnerung an die gute Zusammenarbeit untereinander und die Hoffnung, die Welt wieder ein bisschen besser hinterlassen zu haben, als vorgefunden.
Mittwoch, 13. Juni 2001
**“Du stellst Deine Füße auf weiten Raum” war das Motto des Kirchentages. Und ein weiter Raum war es auch auf dem Frankfurter Pflaster, der aber durch die Hilfe der Helfer des VCP’s bewätigt werden konnte. **
Unser Stamm hatte zusammen mit den Pfadis des VCP-Thüringen (wir stellten den größten Anteil) den Haupteinsatz in der Ballsporthalle in Frankfurt-Höchst. Hier ging es darum den Einlaß zu organisieren, für Ordnung zu sorgen und im Nachhinein den Tagungsort wieder in eine Sporthalle zu verwandeln. Bei Podiumsdiskussionen mit Gästen wie General a.D. Hans-Peter von Kirchbach (HP), Norbert Blüm, Renate Künast, Wolfgang Thierse oder Heidemarie Wieczorek-Zeul wurde es dabei nicht langweilig. Zum Abschlußgottesdienst im Waldstadion verkauften die Pfadis erfolgreich “spannende” CD’s vom Kirchentag. Die Größte Überraschung gab es aber in der Unterkunft, der Goethe-Schule in der Nähe vom Hauptbahnhof. Hier trafen die Neudietendorfer nämlich zufällig auf ihren Partnerstamm “Martin-Luther-King” aus Wolfschlugen, der zufällig auch hier untergebracht wurde. Ein gemeinsamer Abend war da natürlich Pflicht. In der Freizeit besuchten die Helfer natürlich die Messehalle mit dem “Markt der Möglichkeiten”, Konzerte oder das Helfer-Pfadfinder-Zelt des VCP-Hessen, bestaunten die Stadt, nahmen an Konzerten teil und trafen sich natürlich auch mit der Jungen Gemeinde Neudietendorf.
Donnerstag, 19. Juli 2001
**Von alleine putzen sich Zeltplanen nicht, davon können auch die Pfadfinderinnen und Pfadfinder des Stammes Drei Gleichen aus Neudietendorf & Umgebung ein Lied singen. Für zehn Tage hatten sie ihre schwarzen Zelte auf dem Landeslager des Verbandes Christlicher Pfadfinderinnen und Pfadfinder (VCP) in Hessen aufgeschlagen, das vom 19. bis 30. Juli in Wiltz im Großherzogtum Luxemburg stattfand. **
Das Lager ist nun zu Ende, auf dem Lagerplatz erinnern nur niedergetretenes Gras und einige Holzspäne daran, dass 700 Pfadfinderinnen und Pfadfinder aus Deutschland und anderen europäischen Nationen hier in Windeseile eine Zeltstadt errichteten. Zuhause beginnt nun das große Aufräumen. Insgesamt fast 40 Tonnen Material wurden aus Luxemburg wieder mitgebracht, ihren Teil davon müssen nun auch die Neudietendorfer Pfadis pflegen. Und während sie die matschigen Zeltplanen sauber bürsten, kommen ihnen auch die Worte des Landeslagerliedes wieder in den Sinn. “Wenn der Pfadi in der Kothe singt, der Regen von den Planen rinnt…” heißt es in dem eigens für das Landeslager komponierten Lied, das in den Strophen viel vom Lagerleben aufgreift - Zelten, Kochen, Spielen, Menschen kennenlernen. Und eben den Regen. Der ist aber in den Erinnerungen der Jugendlichen schon ganz weit weg, denn Regen gab es nur an den ersten zwei Tagen nach der Ankunft. Und die dann folgenden Sonnentage entschädigten voll und ganz für die strapaziöse Ankunft, bei der im Dauerregen Zelte aufgestellt werden mußten und das erste Essen gekocht wurde. Die Mitbringsel der Mädchen und Jungs deuten auf ein vielfältiges Lagerprogramm hin. Unter dem Motto “2001 - A Scout Odyssey”" hatten sich die christlichen Pfadfinderinnen und Pfadfinder nämlich auf eine Zeitreise begeben, in deren Verlauf sie nichts Geringeres tun mussten als die Welt zu retten. Mit selbstgebauten Zeitkapseln reisten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer so von Ägypten in die Neue Welt, nicht ohne in der Antike und im Mittelalter Station zu machen. Jede Epoche nutzten sie, um verlorene Fähigkeiten wieder zu erlernen, unter vielem anderen zum Beispiel Papier schöpfen, Gold schürfen oder Minnesang üben. Dann verschlug es sie sogar (zusammen mit einer weißrussischen Partnergruppe) auf einen zweitägigen Haijk (eine Wanderung mit Rucksack und Zelt), alles nur, um einen Professor aus der Zukunft aus den Händen der “Farillianer” (künstlicher Intelligenz aus dem Jahr 2350) zu befreien. Das ganze Lager war in heller Aufregung, oft genug hatte man den gesuchten Professor fast befreit, doch immer wieder funkten die “Farillianer” dazwischen. Zum Showdown kam es dann in der Hauptstadt Luxemburg, einen Tag lang wurde dort das Stadtbild von 700 grauen Hemden und blauen Halstüchern (der Pfadfinderkluft des VCP) bestimmt, die den Professor in einem großen Stadtspiel suchten. Einmal noch gelang es den Gegenspielern jedoch, zu entkommen. Am letzten Tag des Lagers konnten die Farillianer einem aus allen von den Teilnehmern erlernten Fähigkeiten geknüpften Netz allerdings nichts mehr entgegensetzen und verschwanden in ihrer Zeitmaschine. Die Luxemburger selbst, die bei einem Besuchertag die Gelegenheit hatten, einen Blick hinter die Zeltplanen zu werfen, zeigten sich beeindruckt von der Professionalität, mit der das Großlager organisiert wurde. Eine eigene Lagerzeitung berichtete vom Alltagsgeschehen, die Lageroase, eine Mischung aus Essenszeit und Kiosk, bot allerlei Nützliches feil, Postkarten mit Ansichten vom Lagerplatz informierten die Eltern zuhause und in vielen Tag- und Nachtschichten sorgten 150 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter (rund 20 davon kamen aus Neudietendorf & Umgebung) für die Sicherheit und Versorgung der Teilnehmer - zum Beispiel als Lagerwachen, Sanitäter oder Essenskisten packer. Den Pfadis sieht man beim Planenputzen die Anstrengungen eines langen Lagers mit vollem Programm nicht mehr an, auch der Matsch der ersten Tage ist fast vergessen. Aber wahrscheinlich geht ihnen die letzte Zeile des Lagerliedes noch durch den Kopf: “…wenig Schlaf und kalte Duschen, das ist es uns wert!'
Freitag, 12. Oktober 2001
Die christlichen Pfadfinder des VCP - Stamm Drei Gleichen schlossen ihre diesjährige Fahrten- und Lagersaison mit der Teilnahme am Herbstlager am Stausee in Hohenfelden ab.
Rund 15 Pfadis aus Neudietendorf, Apfelstädt, Wandersleben, usw. bauten ihre Jurtenburg im ersten Teil der Herbstferien auf dem Zeltplatz des Stausee Hohenfelden auf, um hier zu wandern, zu paddeln, einen Ausflug in das Schwimmbad zu unternehmen oder gemeinsam am Lagerfeuer Stockbrot zu backen. Das letzte Lager in diesem Jahr diente auch dazu, das nunmehr 10jährige Bestehen des Stamm Drei Gleichen und das 90jährige Bestehen der Pfadfinderei in Neudietendorf zu feiern. Aber auch einen Rückblick auf das Fahrten- und Lagerjahr, vom Pfingstlager in Creuzburg oder das Sommerlager mit rund 700 Teilnehmern in Luxemburg gab es in den zahlreichen Gesprächen und Diskussionen. Mit dem Lager ist die Arbeit der derzeit rund 80 Scouts aber natürlich nicht beendet. So stehen in diesem Jahr noch ein Gruppenleitergrundkurs, eine Weihnachtsfeier und natürlich auch wieder die Verteilung des Friedenslichtes an. Und auch die neuen Gruppen in Apfelstädt und Neudietendorf werden weiter aufgebaut.
Samstag, 24. November 2001
**Kommuniziert wird per Modem über das Internet lange Sitzungen soll es höchstens einmal im Quartal geben. In Neudietendorf wurde kürzlich (24.11.2001) der Kinder- und Jugendring der Verwaltungsgemeinschaft Nesse-Apfelstädt-Gemeinden gegründet. **
Unser Hauptziel ist die Koordinierung von Aktivitäten, Veranstaltungen und Gesprächen, Hendrik Knop möchte als gewählter Vorstandsvorsitzender aber auch eventuelle Probleme gemeinsam lösen. Knop, der an der Neudietendorfer Regelschule das Lehramt studiert, hat als Computerfreak und Pfadfinder auch schon den richtigen Weg gefunden. Eine erste Förderung vom Land Thüringen gilt der Anschaffung von 75 Modems zur Vernetzung der einzelnen Mitglieder und steht noch in diesem Monat ins Haus. Mitglied werden kann jeder Verein des Verwaltungskreises, bei Wahrung der Eigenständigkeit. Bislang haben sich über ein Dutzend Vereine, Verbände und Gruppen zur Zusammenarbeit entschlossen. Darunter die Jugendclubs aller Mitgliedsgemeinden, der Waidverein, die Pfadfinder, die Ingerslebener Trachtengruppe, Schulen, Sportvereine, die Jugendfeuerwehren von Neudietendorf und Kleinrettbach, sowie das @-Team der Computerfreunde. Der Ring möchte einmal jährlich eine Broschüre erstellen, in welcher allen Mitgliedern die Möglichkeit der Vorstellung ihrer Aktivitäten und Treffpunkte gegeben werden soll. Ziel des Gremiums ist eine einheitliche Repräsentanz der Kinder- und Jugendarbeit nach außen. Bisher hat jeder seine eigene Suppe gelöffelt, so Knop. Jeder Mitgliedsverein ist durch zwei Vertreter im Kinder- und Jugendring vertreten. Für neue Interessenten ist der Ring jederzeit offen. Wenn dann die neue Computer- Technik installiert ist, können die Online-Leitungen glühen es gilt das erste gemeinsame Projekt des neuen Verbandes vorzubereiten. Gemeinsam soll alljährlich ein großes Kinder- und Jugendsportfest veranstaltet werden. Als Austragungsort ist angedacht, die Gemeinden der Verwaltungsgemeinschaft im Wechsel zu benennen.
Thüringer Allgemeine, Ausgabe Gotha, 08.01.2002
Die Veranstaltungen und Gespräche koordinieren und Probleme gemeinsam lösen ist unser Hauptziel, erklärt Hendrik Knop, erster Vorstand des Ende 2001 in Neudietendorf gegründeten Kinder- und Jugendrings der Verwaltungsgemeinschaft Nesse-Apfelstädt-Gemeinden.
Bisher hat jeder mehr oder weniger seine eigene Suppe gelöffelt, schätzt der junge Mann ein, der an der Regelschule in Neudietendorf das Lehramt studiert, Computerfreak ist und sich bei den christlichen Pfadfindern engagiert. Der Kinder- und Jugendring will einmal jährlich eine Broschüre erstellen, in der alle Mitgliedsgruppen und -verbände sich vorstellen sowie ihre Aktionen und Treffpunkte öffentlich bekanntgeben. Alljährlich soll es ein großes Kinder- und Jugendsportfest geben, das im Wechsel jeweils in einer anderen Gemeinde der Verwaltungsgemeinschaft stattfindet. Auch die einheitliche Repräsentanz der Kinder- und Jugendarbeit nach außen ist ein Ziel des Gremiums, in dem vorerst über ein Dutzend Verbände, Vereine und Gruppen mitwirken. Darunter die Jugendclubs aller Gemeinden der Verwaltungsgemeinschaft, der Waidverein, die Pfadfinder, die Ingerslebener Trachtengruppe, Schulen, Sportvereine, die Jugendfeuerwehren von Neudietendorf und Kleinrettbach sowie das @-Team. Eine erste Förderung vom Land Thüringen für die Anschaffung von 75 Modems zur Vernetzung der einzelnen Mitglieder steht im Januar ins Haus und nicht ganz uneigennützig wird auch auf die Ehrenamtspauschale des Freistaates gehofft. Jeder Mitgliedsverein oder -verband ist durch zwei Vertreter im Kinder- und Jugendring vertreten. Miteinander reden ist für die Macher wichtiger als lange Sitzungen. Diese gibt es einmal im Quartal. Neue Mitglieder sind willkommen.
Walter Kehr, Thüringer Allgemeine - Ausgabe Erfurt, 09.01.2002
Sonntag, 23. Dezember 2001
Heute kann man es sich noch im Kirchenladen am Domplatz abholen - am Abend leuchtet es dann in vielen Kirchgemeinden, in Krankenhäusern, Seniorenheimen und festlich geschmückten Stuben: Das Friedenslicht aus Bethlehem. Von dort wurde es nach Linz geflogen. Und David Raab aus dem Kath. Waisenhaus holte es in die Thüringer Patenstadt 2001 - nach Erfurt.
Hier wurde es gestern im feierlichen Rahmen von David verteilt, der ganz zappelig vor Aufregung war. Die große Reise über 600 km nach Linz war für den hochgeschossenen 15-Jährigen mit das tollste Weihnachtsgeschenk: mit Besuch des Weihnachtsmarktes, Stadtbummel und der Lichteraktion. Zur Weitergabe des Friedenslichtes von Kerze zu Kerze waren gestern auch Gläubige aus Mühlhausen, Sollstedt, Gera usw. ins Erfurter Rathaus gekommen: mit roten, weißen, Holz- und Metall-Laternen. Dann wurden Pfadfinder aus Neudietendorf von der Erfurter Feuerwehr mit ihrem Licht zum Bahnhof gebracht, wo sie als Lichterboten per Zug (immer im 1. Wagen hinter der Lok) die wohlbehütete Flamme in insgesamt 73 Thüringer Städte weiter leiteten - als Symbol für Wärme, Hoffnung und Geborgenheit. „Von vielen behütet - wie der Frieden”, wählte der ev. Landesbischof Prof. Dr. Christoph Kähler als Gleichnis. Und Bischof Joachim Wanke benannte das Licht auch als Orientierungshilfe. Ein Thüringer Friedenslicht wird übrigens bei der Pionierbrigade 70 im Kosovo leuchten, dank einer Luftbrücke des österreichischen Bundesheers. Vor allem aber leuchtet es in vielen Herzen weiter …
Thüringer Allgemeine - Ausgabe Erfurt, 24.12.2001
Das Friedenslicht reist durchs Land
Das Friedenslicht aus Bethlehem reist seit gestern durch Thüringen. Im Rathaus von Erfurt übergab der 15-jährige David Raab aus einem katholischen Waisenhaus seine Laterne an den nächsten Träger. Raab hatte das Friedenslicht aus dem österreichischen Linz abgeholt. Jugendgruppen sozialer Organisationen wie der Pfadfinder bringen das Friedenslicht bis zum Heiligen Abend über den Schienenweg in 130 Orte Mitteldeutschlands. Der Landesbischof der evangelischen Kirche in Thüringen, Christoph Kähler, bezeichnete das Licht als ein Symbol für den Frieden, das beschützt werden müsse. Der katholische Erfurter Bischof Joachim Wanke erinnerte daran, dass Licht in der Welt Orientierung und Sicherheit gibt.
Thüringer Allgemeine, 24.12.2001
© Verband Deutscher Altpfadfindergilden e.V. Gilde Drei Gleichen - https://www.vdapg-gdg.de