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Verband Deutscher Altpfadfindergilden e.V. Gilde Drei Gleichen

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Unser Pfadfinderzentrum

VCP Stamm Drei Gleichen

Zitate

"Ein anerkennender Klaps auf den Rücken ist ein stärkerer Anreiz als ein Nadelstich."
Baden-Powell

Donnerstag, 27. Mai 1993

Frühstück auf dem Trusetaler Pfingstlager

Das zweite Pfingstlager des VCP-Thüringen. Organisiert wurde es in diesem Jahr vom Trusetaler Stamm „Fuchs von Wallenburg“ und dessen Koblänzer Partnerstamm „Hermann von Salza“. Vom Stamm Drei Gleichen waren die Sippe „Die Experten“ und die Ranger/Roverrunde „Strategen“ vertreten.

Der erste Abend des Lagers (Donnerstag) wurde nach dem Hintransport am Nachmittag auf den Lagerplatz in der Nähe von Trusetal, unter anderem mit Hilfe eines Trabants, für den Aufbau der Jurte und schließlich für die Zubereitung des Essens über einem Lagerfeuer, verwendet, um schließlich die erste Nacht fast allein auf dem Platz zu verbringen.
Geweckt wurden die Pfadis am Freitag dann durch Kühe vom Nachbarzelt. Die Frühstücksmilch bevorzugten sie dann allerdings doch lieber aus der Tüte. Gestärkt davon, wurde das Zelt dann noch mal umgebaut, der erste Feuertisch in der Geschichte des Stammes angelegt und die Jurte des Stammes Krayenberg aus Merkers-Kieselbach angebaut.
Am Nachmittag wurde Trusetal erobert und am Abend erschien dann der Koblenzer Stamm mit einem Reisebus, den man beim Aufbau mit half (Verpflegungstechnisch übertrieb das auch eine Person etwas).
Gegenseitiges Kennenlernen mit Spielen und Singsang prägten den Abend um sich dann am Sonnabend und Sonntag auf das mitgebrachte Programm der Rheiland-Pfälzer einzulassen, welches in einer Lagerzeitung festgehalten wurde:
Der Pfadilauf: Samstagnachmittag fand ein Pfadilauf zur Erlernung und Vertiefung pfadfinderischer Grundkenntnisse statt. Es gab acht verschiedene Stationen. In acht Gruppen aufgeteilt liefen die Pfadfinderinnen und Pfadfinder diese ab. An der ersten Station wartete Johannes Richard auf die Pfadis, um ihnen grundlegendes Wissen über Orientierung und über den Kompaß zu vermitteln. Darauf folgte Daniel Friedrich, der aus dem Leben von Robert Stephenson-Smith Baden-Powell Lord of Gilwell (genannt BiPi), dem Gründer der Pfadfinderschaft. Weiter erläuterte er die Entstehungsgeschichte des VCP und seiner Vorgängerorganisation, der CP (Christliche Pfadfinderschaft). An der nächsten Station wurden den Pfadis neue Lieder von Peter beigebracht. Neben geistlichem wurde auch bündisches Liedgut wie "Roter Mond" vermittelt. Dann wurde das Bauen von Olgen (Zelt aus einer Kohtenplane) und Doppelolgen, sogenannte Loks von Götz Giermann erklärt. An der fünften Station berichtete Maik über das Anzünden von Feuer, verschiedenen Feuerarten sowie der unterschiedlichen Brennbarkeit verschiedener Hölzer. Danach wurde den Pfadis von Christoph veranschaulicht, was man bei kleineren Wunden bis hin zu Arm- oder Beinbrüchen als Erste Hilfe zu tun hat. Als vorletzte berichtete Luzie Nitsch über das Messen und Schätzen von Flußbreiten und Baumhöhen. Als goldener Abschluß zeigte Yogi (Ralf Jürgensen) wichtige Knoten und Bünde wie den doppelten Palsteg, ohne den kein Pfadfinder in der Wildnis überleben kann. Alles in allem war dies ein wunderschöner, informativer und wissensbildender Waldläuferlauf.
Der Mitternachtsgottesdienst: Samstagnacht um 23.30 Uhr fand ein Mitternachtsgottesdienst für die Älteren des Lagers statt. Im Wesentlichen ging es im Gottesdienst um die Rettung und Bewahrung der göttlichen Schöpfung. Dies wurde sozusagen verbildlicht durch das " Durchspielen des Lebensweges eines Baumes; dieser braucht Jahre, Jahrhunderte, um zu dem zu werden, was man einen "richtigen" Baum nennt. Doch binnen Sekunden wird sein Leben durch rücksichtloses Fällen seitens der Menschen zerstört. Die Schöpfung zu bewahren und bewußt mit ihr zu leben - das war die Botschaft, die StaFü Ralf und die Älterenrunde vermitteln wollten. Zudem wurde das Agapefest gefeiert, wie es Jesu einst mit seinen Jüngern tat. Durch Singen und Besinnung wurde der Gottesdienst zu einem echten "Muß" für alle Lagerteilnehmer.
Stammesbestätigung von FvW: Endlich war es soweit ! Der Stamm Fuchs von Wallenburg wurde am Sonntag offiziell in den Landesverband Thüringen des VCP aufgenommen. Er wird hiermit als erster bestätigter Stamm in Thüringen in die Analen der Geschichte eingehen. Bei einer festlichen Zeremonie, bei der auch der Landesbeauftragte für die 5 neuen Länder des VCP Rheinland-Pfalz-Saar anwesend war, wurde Michael, der Landesvorsitzende Thüringens, von Ralf als Pfadfinder aufgenommen. Daraufhin nahm auch Michael einige Aufnahmen innerhalb seines Stammes vor. Bärbel Rau hatte ebenfalls die Ehre, ihrerseits einige Jungen und Mädchen als Jungpfadfinder aufzunehmen. Fest steht auf jeden Fall, daß dieser Augenblick allen Pfadfinderinnen und Pfadfindern nicht nur in Thüringen in ewiger Erinnerung bleiben wird.
Umfrage: Um die Meinung der Teilnehmer über das Lager festzustellen, haben wir eine Umfrage mit 20 ausgewählten Personen durchgeführt. Als erstes wollten wir erfahren, wie die Lagereröffnung bei den Teilnehmern ankam. 53.8 % der Befragten hielten sie für gut. 38.5 % dagegen empfanden die Eröffnung als mittelmäßig, und nur eine Minderheit von 7.7 % war enttäuscht. Die zweite Frage beschäftigte sich mit dem Pfadfinderlauf. Ein Viertel der Personen fand diesen sehr gut, und eine überwältigende Mehrheit von 62.5 % hielt ihn für gut. Jeweils 6.25 % empfanden ihn als mittelmäßifg bzw. schlecht. Dann ging es um den Mitternachtsgottesdienst. 72.7 % werden ihn in sehr guter und 18.2 % in guter Erinnerung behalten, und lediglich 9.1 % fanden ihn mittelmäßig. Zum Schluß war das Volleyballturnier gefragt.. Ein knappes Viertel von 21.4 % war vom Spiel und der sportlichen Fairness begeistert, 42.9 % waren angenehm überrascht und wiederum 21.4 % waren gemischter Gefühle. Zu guter Letzt empfanden 14.3 das Turnier als unnötig und schlecht.
Der Montag wurde denn dann zum Abbau und zur Abreise genutzt und ein Teilnehmer aus Apfelstädt konnte etwas mehr über Stromzäune und gewisse Körperteile erfahren …

Hendrik Knop & Teile aus Hermännchen on Tour, Die Suuuper-Sonderausgabe zum Pfingstlager 1993 in Trusetal

Samstag, 25. September 1993

Pfadfinderjurte auf dem Waidfest

Am 25./26. 9. 93 war es endlich wieder soweit das alljährliche Neudietendorfer Waidfest fand statt.

Doch leider hatte der Veranstalter (Waidverein) die Rechnung ohne das Wetter gemacht , denn während des ersten Festtages ließ sich die Sonne nicht einmal sehen, dadurch hielten sich auch die Besucherzahlen deutlich in Grenzen.
Die Leute die sich trotz des schlechten Wetters von zu Hause aufgemacht hatten, sollten das aber dennoch nicht bereuen, denn ihnen wurde ein umfangreiches Programm geboten.
Eröffnet wurde das Fest durch einen Umzug der örtlichen Vereine. Anschließend fand eine Vorführung der Waidverarbeitung, wie im
Mittelalter, statt bei der die Pfadfinder des VCP-Stamm Drei Gleichen,
unter Anleitung von Herrn Wolfgang Feige (einer der Veranstalter und der Wiederentdecker der Waldpflanze und deren Verarbeitung), mitwirkten. Danach gab der Chor des Gymnasiums unter Leitung von Herrn Gorf einige Lieder zum Besten und das nicht ohne Erfolg.
Spätestens als Herr John mit seiner Akkordeon- Gruppe für "sonnige" Stimmung sorgte dachte keiner mehr an das schlechte Wetter. Auch sonst wurde den Besuchern eine Menge geboten. Wem es draußen zu naß oder kalt wurde, der konnte sich in das von Schülern und Lehrern eingerichtete Cafe setzen und sich bei Kaffee und Kuchen wieder aufwärmen und die Pfadis verkauften Tee in ihrer aufgebauten Jurte.
Am Abend des 25. 9. fand in dem großen Bierzelt ein Tanzabend mit zünftiger Musik statt.
Zum Abschluß veranstaltete man am 26.9. noch einen ausgedehnten Frühschoppen.
Wenn ihr dieses Jahr aus irgendwelchen Gründen nicht dabei ward und das nun bedauert, keine Panik das nächste Waidfest kommt bestimmt, spätestens im nächsten Jahr!

Marcus Nagel (leicht geändert)

Freitag, 26. November 1993

Pro und Contra traten aufeinander: Corageseminar im Pfadfinderheim "Kühles Tal" in Friedrichroda

Friedrichroda, ein hübscher verträumter Kurort im Thüringer Wald, sollte nach, unserer Wahl der Qual der Ort des Geschehens werden. Ein wenig abgelegen, mitten im tiefverschneiten Wald, hatten wir für den 26. bis 28. November 1993 unsere Räumlichkeiten, in einem Pfadfinderheim des Deutschen Pfadfinderverbandes, für unser Seminar gefunden.

Freitagabend nach der Anreise begannen wir zur Einstimmung auf das Thema „Aggression und Gewalt" mit einem Filmtheaterstück „Die böse Revue" des Kinder- und Jugendtheaters Erfurt „Schotte". In diesem Theaterstück wurde uns das soziale Umfeld von Jugendlichen in der Schule, im Elternhaus und in ihren vielschichtigen Cliquen an Hand von authentischen Begebenheiten in Erfurt durch Laiendarsteller im Alter von 16 bis 19 Jahren komprimiert vor Augen geführt. Dieses kritische Stück sollte Diskussionsgrundlage für unseren weiteren Seminarverlauf werden.
Im Anschluß an die Filmvorführung wollten wir uns nicht gleich mit Begriffen wie Gewalt, Rassismus, Nazi, Deutsch und Heimat, bezogen auf diesen Theaterbeitrag, theoretisch auseinandersetzen. Vielmehr wollten wir zunächst dieses Thema spielerisch angehen.
Daher versäumten wir nicht, durch Spiele unsere eigenen Vorurteile gegenüber „Asylbewerbern" und unseren persönlichen Umgang mit Gewalt zu ermitteln, so daß nach diesen Spielteil die Diskussion zum gezeigten Film entfachte. Ein jeder von uns verstand nunmehr, wie wichtig grundlegende präzise Kenntnisse über den Rechtsextremismus sind, so daß wir am nächsten Morgen nach einem üppigen Frühstück mit der systematischen Erarbeitung unserer gesetzten Schwerpunkte beginnen konnten. Mühsam ernährt sich nicht nur das Eichhörnchen, nein, auch so mancher Pfadfinder und so manche Pfadfinderin hatte mit diesen Unmengen von theoretischen und praktischen Fakten zu tun, diese zu verdauen. Mit einigen gemütlichen Unterbrechungen, den liebevoll zubereiteten Mahlzeiten unserer Gastgeber, schafften wir unsere Programmpunkte spielend und auch nachhaltig. Nach dem Abendbrot versuchten wir uns bei loderndem Kaminfeuer und einem Glas Wein in der künstlerischen Umsetzung dieses langdiskutierten Themas. Nicht jedem ging es so spontan von der Hand, doch schließlich nach vielen Überlegungen, Probieren und Humor waren die Plakate fertiggestellt und zur Diskussion freigegeben.
Dabei war besonders spannend, was ein jeder über des anderen Plakatdarstellung zu sagen wußte - demgegenüber, was der jeweilige Autor zu sagen beabsichtigte. Da wir uns mit der Vorstellung trugen, dieser Plakatwettstreit sollte veröffentlicht werden, entschieden wir gemeinsam, daß diese Plakate innerhalb einer Gesamtschule in Erfurt, wo die Pfadfinderarbeit noch nicht so publik ist, wie sich das eine Pfadfinderin dieser Schule wünschen würde, auszustellen. Anschließend sollen diese Plakate in die VCP-Bundeszentrale, um auch das Voranschreiten der VCP-Arbeit in den Neuen Ländern allen Besuchern der Bundeszentrale zu dokumentieren.
Dieser Abend in Friedrichroda war neben einem schwergewichtigen Themenkomplex nicht nur eine geistige Bereicherung in der Auseinandersetzung mit Aggression und Gewalt, vielmehr auch eine persönliche Annäherung der einzelnen Vertreter der verschiedensten Stämme in der noch nicht so üppigen VCP-Landschaft in Thüringen. Die Nacht verging wie im Flug, und die Gespräche wollten nicht abreißen. Auch wenn der Schlaf nur kurz war, aber Morgenstunde hat Gold im Munde, und so verwöhnte uns wieder einmal unsere liebe Gastgeberin Frau Klöppel in ihrer guteingeheizten Küche mit einem ausgezeichneten Frühstück. Während der Essenszeremonie beratschlagten wir über unsere weitere Vorgehensweise. Aufgrund dessen, daß uns unsere Streetworkerin aus Eisenach im Stich gelassen hatte und für diesen Programmausfall noch kein Ersatz geplant war, konnten wir eine Diskussionsrunde zu einem bei Jugendlichen sehr beliebten, aber sehr umstrittenen Lied (Schrei nach Liebe) der Punkgruppe „Die Ärzte" einschieben, zumal dies von der überwiegenden Mehrheit gefordert wurde. Mehrfach erklang das Lied über die Boxen des Kassettenrecorders, bis endlich die Diskussionsrunde in Gang kam. Pro und Contra trafen aufeinander und keine Einigung. Die einen meinten, und sicherlich auch zu Recht, es würde das Thema vom Freitagabend des gezeigten Filmes aufgreifen und nicht nur rechtsextremistisch tendierende Jugendliche ansprechen, da sie sich mit dem Besungenen identifizieren. Aber zugleich auch eine Aufforderung an diese Betreffenden darstellen, diese dargestellten Begebenheiten zu hinterfragen - „Warum tue ich das? - Ist dieser Weg, den ich beschreite, wirklich der Richtige?" Dagegen hielt die andere Gruppe unserer Diskussionsrunde, daß man nicht den Kommerz dabei vergessen dürfte, denn dieses Thema verkauft sich zum gegenwärtigen Zeitpunkt gut, deshalb fand diese Gesprächsgruppe diesen Titel nur oberflächlich. Zwei nicht von der Hand zu weisende Meinungen, wo wir im Abschluß meinten, diese stehen zu lassen, zumal beide Kriterien schon für die Beurteilung von guter Rockmusik mit von Wichtigkeit seien.
In unserer Abschlußrunde kam nochmals zum Ausdruck, daß nicht nur jeder Wissenswertes und ein angenehmes Erlebnis mit nach Hause nimmt, sondern daß auch die nächsten Courage-Seminare 1994 wieder von so guter Atmosphäre und entsprechendem Niveau, zu dem ein jeder beigetragen hatte, sein sollten. (Fortsetzung ist geplant!)
Allen Lesern ein Gut Pfad!

Christine Bellinghausen, Auf Neuem Pfad 02/1994

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